/ Michael Heine im Porträt

Michael Heine, geb. in Sebnitz bei Dresden, hat Hotelfachmann im Gastgewerbe in der Bülow Residenz/Palais in Dresden gelernt, wo er auch als Erstes sein Interesse an Wein und gutem Essen entdeckte. Von dort führte ihn sein Weg 2010 in das Vereinigte Königreich zu keinem geringeren als Michel Roux in das „The Waterside Inn“, einen Steinwurf entfernt von Windsor Castle. Nach zweieinhalb Jahren zog es ihn zurück nach Deutschland, wo er eine neue Wirkungsstätte im Brenners Park- Hotel & Spa in Baden- Baden fand. Nach kurzer Zeit übernahm er die stellvertretende Restaurantleitung und nach zwei Jahren auch die Sommelierposition. Im Weinkeller mit drei Räumen, über 300 Positionen und ca. 5000 Flaschen kannte er sich besser aus, als der Lagerverwalter.

Seit Januar 2018 ist Michael Heine im Team und unterstützt uns in der Vinothek bei der Privatkunden- Betreuung.

Um Michael Ihnen ein wenig näher zu bringen haben wir ihm ein paar Fragen gestellt:

Gut Hermannsberg: Wieso zieht es dich gerade auf Gut Hermannsberg?

Michael Heine: Ich bin ein sehr, sehr großer Riesling- Fan und habe selbst im Keller 75% Rieslinge. Die Rieslinge von Gut Hermannsberg sind besonders. Man merkt ihnen an, dass sie dem Boden mit viel Arbeit abgerungen werden. Besonders gefällt mir, dass sie vom Gutswein bis hin zum Großen Gewächs eine immer erkennbare Struktur und tollen Charakter haben.

GH: Wie bist du dazu gekommen eine Sommelier- Ausbildung zu machen?

MH: Mein damaliger Sommelier im Brenners, Heinz Schopf, fragte mich eines Tages, ob ich mich für Wein interessiere. Nachdem ich bejahte, antworte er: „Dann werden Sie hier in nächster Zeit sehr viel lernen“. So war es dann auch. Wir haben fast alle Winzer in Baden, die Rang und Namen haben besucht und viele sind auch gute Freunde geworden. Das hat immer viel Spaß gemacht, war spannend und vor allem hat man viele neue Leute kennengelernt und tolle Kontakte geknüpft. Als H. Schopf dann in Rente ging, wurde mir angeboten Sommelier oder Restaurantleiter zu werden. Ich habe mich natürlich für den Sommelier entschieden, alleine schon wegen des Rieslings.

GH: Wo hast du die Sommelierausbildung gemacht?

MH: Im International Wine Institute (IWI) in Bad Neuenahr- Ahrweiler.

GH: Was trinkst du am liebsten von Gut Hermannsberg?

MH: Als Wein für jeden Tag, den Riesling Feinherb, weil er so unkompliziert und angenehm trinkbar ist. Sonst gerne den Riesling Vom Vulkan, zum Essen und wenn ich die Möglichkeit habe, gerne mal einen kleinen Probeschluck eines unserer Schatzkammer Weine.

GH: War es schwierig sich mit 95% Riesling auf dem Weingut anzufreunden?

MH: Ganz sicher nicht, ich liebe Riesling. Deswegen fiel mir auch die Entscheidung nicht schwer hier anzufangen.

GH: Was trinkst du, wenn es mal kein Riesling sein soll?

MH: Was ich sehr spannend finde sind alte Bordeaux’s aus vermeintlich kleineren Jahrgängen. Die überraschen einen manchmal sehr positiv, bei kleiner Belastung des Geldbeutels. Ansonsten bin ich auch ein riesiger Champagner Fan und habe die Champagne selbst schon viele Male bereist. Besonders angetan haben es mir Champagner von kleinen Produzenten, die man erst entdecken muss. Generell probiere ich gerne alles und bin offen für neue Stile.

GH: Wie groß ist dein privater Weinkeller?

MH: Im Augenblick ca. 320 Flaschen, aber ansteigend. (lacht)

GH: Wie siehst du das Standing von deutschem trockenen Riesling auf internationaler Bühne?

MH: Trockener Riesling ist den letzten Jahren immer mehr ein wichtiges Aushängeschild für Deutschland geworden. Viele Länder erkennen die Qualität die deutsche Weine, vor allem auch die Weißweine, im internationalen Vergleich haben. Zudem sind die besten Qualitäten noch um einiges günstiger zu bekommen, als die besten Weißweine im Burgund als Beispiel. Auch Länder wie die USA finden, nachdem sie jahrelang mit einfachen, süßen Rieslingen überschwemmt wurden, langsam Geschmack an der trockenen Variante und wissen sie vor allem auch zu schätzen. Wir exportieren unsere Rieslinge ja mittlerweile in über 17 verschiedene Länder. Spannend ist dabei, dass sowohl Singapur, als auch Hong Kong und Australien dazu gehören.

GH: Was machst du eigentlich, wenn du nicht auf diversen Weinproben unterwegs bist?

MH: Zu Hause Wein probieren. (lacht) Ganz im Ernst, ich reise gerne, habe nach meinem Aufenthalt in England eine große Affinität zu diesem Land und entdecke da gerne Neues. Zudem koche ich leidenschaftlich gern und fahre Fahrrad. Wenns klappt dieses Jahr im Sommer auch von Bad Kreuznach nach Niederhausen.