, , ,

Gault&Millau Weinguide Deutschland 2018

Mit dem Gault&Millau Weinguide Deutschland 2018 komplettiert sich die Runde der Weinführer, ist die “Bescherung” vollständig. Eine schöne Bescherung, dürfen wir uns mit 4 Trauben doch zur deutschen Spitze zählen.

WEINREGION NAHE – Das Boutique-Anbaugebiet

“Wieder zeigt die Nahe trockene Rieslinge von höchster Qualität.” […]

“Die Nahe ist Deutschlands Boutique-Anbaugebiet: eher klein, eher jung – erst 1971 gesetzlich definiert – und Ursprung überdurchschnittlich vieler guter Weine. Diese stammen häufig vom Riesling […] . […]  Die Winzer nennen den Jahrgang [2016, SB] typisch für die Nahe, denn er ergab filigrane Weine, die noch ein paar Jahre benötigen werden, um ihr ganze Können zu zeigen. Das gilt vor allem für trockene und fruchtsüße Rieslinge. […] “

 

GUT HERMANNSBERG – 4 Trauben –

„Karsten Peter und Achim Kirchner, die beiden Betriebsleiter des Weinguts Gut Hermannsberg, können aus dem Vollen schöpfen. Ihre 30 Hektar Rebfläche befinden sich vollständig in Lagen, die für das Große Gewächs des VDP klassifiziert sind. Es sind also junge Reben und etwas weniger priviligierte Parzellen aus allerbesten Nahe-Lagen, die die Trauben für die Basisweine liefern: Schlossböckelheimer Kupfergrube und Felsenberg, Niederhäuser Kertz, Steinberg und Hermannsberg, Traiser Bastei und Altenbamberger Rotenberg.

Die Geschichte des Gutes ist bewegt. 1902 gründete der preußische Staat es als klassisches Lehr- und Musterweingut unter dem Namen Königlich Preußische Domäne Niederhausen–Thalböckelheim (1912 in Schlossböckelheim geändert). Der Großteil der Weinberge wurde im Zuge der Gründung eigens angelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wechselte das Gut unter dem Namen Staatsdomäne in den Besitz des Landes, das es 1998 verkaufte. 2009 erwarb der Unternehmer Jens Reidel den Betrieb und tätigte erhebliche Investitionen, auch in eine gastronomische Infrastruktur. Zum Weingut gehören ein Gästehaus und ein Restaurant. Großer Beliebtheit erfreuen sich die monatlichen „Weinschmecker Wochenenden“, an denen spezielle Menüs mit Weinen des Gutes begleitet werden.

Vor zwei Jahren entschloss sich das Team von Gut Hermannsberg, die vermeintlich besseren unter den sechs GGs des Hauses erst mit einem Jahr Verzögerung auf den Markt zu bringen. Davon betroffen sind die Monopollage Gut Hermannsberg sowie Kupfergrube und und Bastei. Auch wenn es uns beim Gault & Millau Weinguide damit nicht mehr ohne Weiteres möglich ist, den besten trockenen Nahe-Riesling eines Jahres zu küren, wenn drei Weine mit echten Titelchancen am Rennen nicht teilnehmen, verstehen wir diese Vorgehensweise voll und ganz. Die genannten GGs sind in der Berichterstattung der letzten Jahre häufig unter Wert geschlagen worden und präsentieren sich mit einem Jahr Flaschenreife dramatisch besser.

In diesem Jahr ist die Gegenüberstellung der drei Spätveröffentlichungen mit den drei frühen GGs Felsen-, Stein- und Rotenberg besonders interessant. Einerseits zeigen die 2015er eine Extraportion Tiefe, die die 2016er vielleicht (mit Ausnahme des grandiosen Felsenbergs) nie kriegen werden, andererseits kleben die beiden filigranen 2016er Stein- und Rotenberg den großen Brüdern einen weißen Rauschebart an. Die Entwicklung nach nur einem Jahr Flaschenreife erscheint extrem weit. Es wird spannend sein, die beiden Jahrgänge in zehn Jahren wieder zu verkosten. Im Idealfall verlangsamt 2015 sein Reifetempo, und 2016 gewinnt mit Reife noch etwas an Tiefe. Dann wäre es ein perfektes Doppel.

Über allem schwebt dieses Jahr jedoch erst einmal das Felsenberg GG. Es ist von einer im Jahrgang seltenen Dichte und Kraft, muss sich noch weiter entwickeln, entfaltet aber schon fantastische Wirkung am Gaumen.

Die vielen guten GGs verstellen manchmal den Blick darauf, dass in diesem Gut auch mit Akribie an der Basis gearbeitet wird. Der Gutswein Just Riesling ist genau das: einfach guter Riesling. Trinkfreude mit genau so viel Anspruch, dass der Kenner sich ge-, der Anfänger sich aber nicht überfordert fühlt.

Bei den Ortsweinen braucht der eine viel Luft und ist eher für die Puristen, der andere trägt den Gedanken des Gutsweines einfach eine Stufe weiter. Auch bei Gut Hermannsberg gibt es dieses Jahr keinen edelsüßen Abschluss, dafür aber zwei sehr gute Spätlesen.“

 

Die Bewertungen

95 | 2016 Schlossböckelheimer Felsenberg Riesling GG

94 | 2015 Schlossböckelheimer Kupfergrube Riesling GG

92 | 2015 Niederhausener Hermannsberg Riesling GG

92 | 2015 Traiser Bastei Riesling GG

92 | 2016 Altenbamberger Rotenberg Riesling GG

91 | 2016 Niederhausener Steinberg Riesling GG

90 | 2016 Niederhausener Steinberg Riesling Spätlese

90| 2016 Riesling Steinterrassen

89 | 2016 Niederhausen Riesling Vom Schiefer

88 | 2016 Altenbamberger Rotenberg Riesling Spätlese

87 | 2016 Just Riesling

Zum EICHELMANN Deutschlands Weine 2018 …

Zum VINUM Weinguide Deutschland 2018 …

Zum FALLSTAFF Wein Guide 2018 …

Zum FEINSCHMECKER Winzer & Weine 2017/2018 …

Zu den Bewertungen bei jamessuckling.com …

Zu den GG-Stimmen 2017 …

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.