/ Das Weinjahr

Teil I

Ohne den Winzer und seine Helfer wären die Weinberge wohl kaum selbst in der Lage jedes Jahr den Nahewein in solch herausragender Qualität zu produzieren.

Statistisch gesehen besucht Karsten Peter über das Jahr hinweg jeden Weinstock 17- mal. Wir möchten Ihnen im Verlaufe des Jahres die verschiedenen Arbeiten erläutern, die ein Winzer erledigen muss, um im Herbst qualitativ hochwertige Trauben ernten zu können. Das Weinjahr beginnt mit dem Rebschnitt.

Der Rebschnitt

Vor dem Austrieb im Frühjahr beginnt das Weinjahr mit dem Rebschnitt im Januar und Februar. Altes Holz wird entfernt und die Zahl der „Fruchtruten“ wird bestimmt. Lässt man weniger Fruchtruten stehen, ergibt sich daraus in der Regel ein qualitativ

hochwertigerer Wein, da die Rebe die Inhaltsstoffe nicht auf zu viele Trauben verteilen muss. In Deutschland ist der Rebschnitt nach wie vor noch echte Handarbeit, für die die Winzer oft viele Wochen benötigen.

Biegen und Binden

Wenn die Reben anfangen zu „bluten“, also der Saftaustritt an den Schnittwunden beginnt werden die Fruchtruten nach unten gebogen und gebunden. Oft steht der Winzer dabei im wahrsten Sinne des Wortes „im Regen“, denn die feuchte Witterung zu der Jahreszeit verhindert, dass die Ruten beim Biegen und Binden brechen. Durch das Biegen und Binden wird eine gleichmäßige Verteilung der Triebe erreicht. Die Rebe wird sozusagen in Form gebracht. Man spricht auch von der Reberziehung.

Bodenbearbeitung

Ab April wird der Boden mechanisch aufgelockert, mit verschiedenen Arbeitsgeräten wie Grubber, Fräse und Kreiselegge. Dies dient dazu, das natürliche Bodenleben anzuregen. Anschließend sät man Begrünungspflanzen, zusätzlich kann man auch düngen, um eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen zu gewährleisten. Der moderne Weinbau berücksichtigt hier neben den Kosten selbstverständlich auch Umweltaspekte.

Teil II

Pflanzenschutz

Der Austrieb der Reben beginnt zwischen Ende April und Anfang Mai. In Folge dessen, startet der Pflanzenschutz gegen Pilzkrankheiten, bei dem heutzutage meist organische Fungizide eingesetzt werden, und nicht wie früher Kupfer- und Schwefelpräparate. Witterungsbedingt müssen die Spritzungen im Sommer vier bis sieben Mal wiederholt werden.
Um gegen andere Schädlinge vorzugehen, benutzt man zum Beispiel Pheromonpräparate. Diese helfen im Weinbau vor allem gegen den Traubenwickler. Die Pheromonkapseln werden in den Weinbergen aufgehängt und durch die vermehrte Ausströmung des weiblichen Pheromons findet der männliche Traubenwickler kein Weibchen. Diese Methode ist ökologisch und wird in fast allen Weinbaugebieten in Deutschland angewendet.

Während und nach der Blüte

Ende Juni, beginnt die Zeit der Blüte, in der die Reben viel Ruhe brauchen. Zur Verhinderung von Verrieselung und Verblühen ohne Befruchtung, sollte die Zeit der Selbstbefruchtung möglichst kurz sein. Bei schlechter Befruchtung fällt die Erntemenge dementsprechend eingeschränkt aus.
In dieser Zeit verhindert ein „Aufbinden und Einkürzen“ der am Bogen wachsenden Reben, dass diese abbrechen. Dadurch werden die Reben ebenfalls sozusagen auf die gewünschte Länge gestutzt. Zur Qualitätssteigerung werden  nach der Blüte auch schon Fruchtansätze weggeschnitten.